Besonders ungewöhnliche Erzählstruktur

Preisgekrönter Publikumserfolg von Florian Zeller in der Idsteiner Stadthalle

Idstein - Der französische Dramatiker Florian Zeller hat mit seinem Schauspiel „Vater“ die berührende Geschichte eines alten Mannes auf die Bühne gebracht – in der Stadthalle Idstein am Montag, 29. Oktober, um 20 Uhr. Der 80-Jährige, an Alzheimer erkrankte André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung.

Anne ist verzweifelt, denn die Wahrnehmung ihres Vaters verschiebt sich immer mehr und so gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstand, am Verlöschen ist. Sie aber möchte nach London ziehen und ihren Vater gut versorgt wissen.

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des zunehmend verwirrten 80-Jährigen: Wenn er bestimmte Personen zum Beispiel nicht mehr erkennt, erkennen sie auch die Zuschauer nicht, weil sie durch andere Schauspieler dargestellt werden. Bald kann weder André noch das Publikum unterscheiden, was Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee ist. So erlebt der Zuschauer zusammen mit André, wie es ist, in eine Welt zu geraten, in der sich ständig alles wandelt.

Florian Zellers „Vater“ ist ein Theaterstück, das gegenwärtige Ängste anspricht, ein Stück mit einem ernsten Thema, ohne auf ein befreiendes Lachen zu verzichten. Das Schauspiel präsentiert sich nicht als bleiernes Problemstück, sondern als unterhaltsamer und gleichzeitig berührender Theaterabend, das die Zuschauer mitleiden und mitlachen lässt.

Weitere Infos bei der Stadt Idstein unter Telefon (06126)  78-622. Restkarten gibt es im Freiverkauf bei „Optik-Studio Noé“, Schulze-Delitzsch-Straße 28 in Idstein, Telefon (06126) 570008.